aus zwei wird eins...

So, da sind wir wieder. Vieles könnte ich wieder erzählen, wo soll ich nur beginnen. Am besten alles "Chrut u Rüebli dürenand, genau so hanis gärn :)"Also Venedig war spitze! Es wurde zwar nichts aus Gondeln dafür tranken wir vieeele Cappuccinos. Das Wetter war wunderbar, und ich konnte es nicht unterlassen, eine Karte an meine ehemaligen Arbeitgeber und Mitarbeiterinnen zu schreiben, wie schön es doch sei, an einem ganz gewöhnlichen Montag um 10.00 Uhr in Venedig zu sitzen und Kaffee zu trinken...natürlich denke ich fest an sie:) Wir machten uns auf zur Rialtobrücke. Phu musste mich gerade ein wenig ans Laufen gewöhnen... Zwischen all den rausgeputzten Leuten kam ich mir in meinen Bikekleidern und Turnschuhen schon ein wenig komisch vor, aber das Foto kam ganz gut raus:) Nun bin ich Euch ja noch eine Antwort schuldig vom letzten Blog her... Am Abend zuvor telefonierte ich via Skype mit Stephy, hier ein Ausschnitt: "Hey Stephy, wie gehts? Was machst Du morgen?, "oh, ich hab jetzt gerade 3 Tage frei, sooo schön, und ihr?", "ah, wir sind gerade in Venedig und schalten morgen einen Ruhetag ein, komm doch für ein Gelatti vorbei, hihi!", " ja warum nicht? Das wäre noch so eine Idee, wart ich check mal die Flüge...ja da hat es einen, ich wäre um 15.00 Uhr da, und müsste dann den 19.30 Flug wieder zurück nehmen", " nein echt jetzt???, das wäre ja suuuper!", " ok, ich habe gebucht, wir sehen uns morgen, also Thesi bis dann"... Ja und so haben wir uns bei der Busstation getroffen. Oh es war ein wunderbares Wiedersehen! Ich konnte es kaum glauben... Wir klapperten eine Menge Gassen und Brücken ab, bis wir am Markusplatz dann tatsächlich zu einem Gelatti kamen. Die Pizza schmeckte ausgezeichnet und die Zeit verging wie im Flug... Bis zum Schluss mussten wir einen Gang höher schalten, denn es war bereits 19.00 Uhr, der Bus braucht 20 min bis zum Airport und es wird sehr, sehr knapp werden. Hey Stephy, es waren tolle Stunden in Venedig und vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch, die Schoggi und den Osterhasen der leider nicht sehr lange überlebte... Zurück im Hotel machte ich mich dann an die Hausarbeiten. Heute ist Waschabend, die Kleider werden in Dove-Seife vom Hotel eingelegt, die Dove-Seife hat so etwas wachsiges an sich, eignet sich nicht besonders zum Kleider waschen, riecht aber noch gut, das ist eh die Hauptsache! Obwohl es draussen ziemlich frisch ist, verhitzen wir fast in diesem Einsternhotel. Bin es schon gar nicht mehr gewohnt drinnen zu sein, also reissen wir alle Fenster im Bad und Zimmer auf. Und schon geht das gewohnte kühle Lüftchen und unsere roten Köpfe normalisieren sich. Draussen zuhause ist eben schon was besonderes! Nach einer kurzen aber umso trockener Nacht sind wir wieder voll konzentriert mit Packen beschäftigt. Obwohl ich immer noch genau gleich viel mitschleppe, habe ich immer mehr Platz in den Taschen...da entwickelt sich wohl ein System...ein System??? Ich war richtig gespannt wie der Tag nach dem Ruhetag sein wird. Sehr rasch merkt ich, dass ich wieder in einem kleineren Gang fahre um meine Kodenz zu halten, es ist doch nur ein Tag vergangen? Es brauchte schon ca. 40km, bis ich wieder meinen Rhythmus gefunden habe. Wir hatten Glück mit dem Wetter, und die Strecke war auch meine, da ich eher eine Flachspezialistin bin im Gegensatz zu Simeon ;) wir fuhren auf unendlich langen Strassen, wenn wir das Ende der Strassen sahen, wussten wir, dass wir ca. in 20min. dort hinten sein werden. Nach 80km fanden wir es sei nun genug und suchten einen geeigneten Schlafplatz. Wald hatte es keinen, das meiste war Ackerland was sich nicht so bewährt zum campen. Doch ganz verlassen stand da so eine Art Ruine mit gemauertem Vordach, das sah auch ganz hübsch aus. Leider hatte es auf beiden Seiten eine Abschrankung mit Schloss. Das gute daran war, mit dem Fahrrad kann man ganz einfach drum herum fahren... Oh ein wunderbarer, gerader, trockener Platz offerierte uns. Wir beschlossen uns das Zelt gemütlich aufzustellen, und falls jemand kommt, haben wir unsere 100 Sachen schnell zusammen. Es kam niemand und wir genossen den Sonnenuntergang. Im Zelt schrieb ich noch einen Brief für Mama. Ein Auto fuhr vorbei, hielt an, fuhr zurück, parkierte... es kam also doch jemand... Wir schalteten die Stirnlampen schnell aus und horchten ganz genau... am Schritt an muss es ein Mann sein, plötzlich hörten wir ein Glöcken läuten. Simeon meinte es sei wohl ein Fischer der am Fluss nebenan fischen würde. Phuuu. Beissen die Fische um Mitternacht besser? Wusste ich gar nicht... Es kam dann noch ein zweiter und keiner kümmerte sich um unser Nachtlager, Prima! Gegen 03.00 Uhr erwachte ich erneut...es regnet!!! Zum Glück sind wir im trockenen und bis um 09.00 Uhr soll es so viel regnen wie es will, doch dann bitte ich um Regenstopp! Jetzt muss ich noch schnell von meinem Traum erzählen... ich träumte von meinem ersten Tag als ich 2008 in Kathmandu ankam, ich suchte wie verflixt das Hotel Excelsior, welches ich gebucht hatte ( es hiess wirklich so). Die Buchstaben waren total vertauscht von den Hotelnamen, somit war es ein Rätsel, das Excelsior zu finden. Habe es aber spontan gefunden, da ich einfach heran lief...ungefähr so träumte ich das... Heute fuhren wir genau 70 km im heftigen Dauerregen, wir beschlossen diese Nacht im Hotel zu verbringen, alles zu trocknen und zu duschen...und wie heisst das Hotel heute Abend? EXCELSIOR! Ich war so baff als wir davor standen. Simeon wird morgen von hier aus nach Hause fahren. Die Arbeit ruft...mein herzliches Beileid! Wir sind in Molfacone, ca. 15km zur Slowenjschen Grenze, also kurz vor Trieste. Somit werde ich von morgen an, alleine weiter ziehen. Auf der einen Seite freue ich mich, denn ich bin total motiviert weiter zu fahren, bin fit und gespannt auf die bevorstehenden Länder...auf der anderen Seite stimmt es mich ein wenig traurig, denn wir hatten eine super Zeit zusammen. Ich durfte viel profitieren, wir konnten gemeinsam Entscheidungen treffen, miteinander reden, kochen, Zelt aufstellen und gemeinsam den Vorrat schleppen :) Doch radeln muss jeder selber und es ist der Weg, den ich auch alleine gehen muss /will... Und der Weg wird mich morgen zu einer Schweizer Familie an der Küste Slowenjens führen, super! Mein Speichengeist hat da sehr viel mitgeholfen. Hab ich den überhaupt schon erwähnt? Ach Freddy wir Euch von ihm erzählen, der will dann auch noch was schreiben, jetzt bin ich aber noch dran, hehe. Also wie gesagt hat Nadja einer Kollegin von meiner Route erzählt, deren Eltern wohnen in einem kleinen Dorf auf dem Hügel, nahe der Küste. Heute Abend telefonierte ich dann mit Katja. Sie meinte, ihre Eltern wissen schon bescheid, dass eventuell dann mal eine auf dem Fahrrad mit einer Schweizerfahne vorbei fährt und nach einem Bett fragt. Sie organisierte dann noch alles und erklärte mir den Weg : "wenn du ins Dorf einfährst, siehst du links ein grüner Strommast, dem folgst Du einfach bis Du zur Hausnummer 122 kommst, klopfst an und sagst, tschou zämä da bin i". Das tönt doch suuuper! Es sind ca. 60 km, also eine gemütliche Etappe. Wie ich gehört habe, ist der Winter bei Euch zurückgekehrt... Gute Nacht allerseits und was ich fast vergessen habe: vielen, vielen Dank für all die guten Gedanken von Euch allen!

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8 Tage - 600km - saluti Venedig!

Die Matte mit dem Kompressor aufblasen...suuper!!!
Die Matte mit dem Kompressor aufblasen...suuper!!!

So jetzt gibts gleich 2 Berichte, da wir oft wild campen oder bei Leuten im Garten ist das Internet eben rar, aber ihr habt sicherlich Verständnis?! Jetzt kommt das Beste, ihr könnt es nicht glauben und wir noch weniger, als wir den Reissverschluss des Zeltes gaaanz langsam und gespannt öffneten, schien die Sonne!!! Ja tatsächlich die Sonne. Husch, husch aufstehen, die nassen Socken und Schuhe in die pralle Sonne legen (so prall war sie auch nicht, ha für uns aber schon) und Frühstücken. Nach 2km merkte Thesi dann, dass sie nur einen Handschuh an hatte! Zurückradeln, Strasse und Gepäck absuchen, nichts! Ich muss den finden, mir schläft sonst der kleine Finger schon nach 1h ein. Also nochmals die gefahrene Strecke absuchen und da liegt er, schön gemütlich, durchnässt in einer grossen, dreckigen Pfütze! Jupi, jetzt wirds ein guter Tag. Von Villafranca bis nach Pojana Maggiore fuhren wir rund 90km, blieben trocken, respektiv die Schuhe trockneten während dem fahren.Wir probieren auf den Nebenstrassen zu fahren. Weniger Verkehr und diese führen meistens durch hübsche kleine Dörfer. Städte gilt es zu vermeiden oder grosszügig zu umfahren. Heute hatten wir ziemlich lange bis wir einen Platz zum campen gefunden haben. Es war bereits dunkel, Wald hatte es keinen und bei den ersten zwei Bauern die wir fragten, hatten keinen Platz (1m auf 2m). Es begann zu regnen, den nächst besten fragen wir. Es war der Beste! Die 4 Kinder kamen auf uns zu, plapperten wild durcheinander, fragten dies und das und seine Schwester bat uns gleich Zigaretten an. Das Zelt konnten wir beim Schwiegervater in der grossen Halle neben den Traktoren aufstellen. Die Isomatte blies er gleich mit dem Luftkompressor auf, so cool! Wir hatten also beim Zeltaufstellen das erste mal Zuschauer (ok, nicht soo viele wie beim Alpentheater, und doch war es ein wenig Theater, wir verstanden einander nicht und hatten es total gut:) er fragte was, wir sagten sisi und 10 min später stand er da, mit frischen, warmen Schinken-Brötchen, mmmm. Der Sohnemann brachte Kaffe und sehr, sehr guten Grappa! Nachtsüber regnete es ziemlich stark, von mir aus kann es die ganze Nacht noch viel stärker regnen, Hauptsache morgen scheint die Sonne! So war es dann auch:) Morgenessen gabs im Haus und im Hintergrund lief die Kindersendung von der Schweinefamilie, welche mich ablenkte. Er tischte so viele gute Sachen auf, wir konnten das nicht alles essen, somit packte er den Rest für uns ein. Die Herzlichkeit dieser Familie hat mich sehr berührt, die Kinder beglückten wir mit Schweizer Schoggi und er genoss ein Praline vom Steinmann in Thun. Heute gibt es ein lange Etappe, wir wollen Venedig erreichen und morgen einen Ruhetag einlegen. Da das Wetter mitmacht und Simeon Entzug nach Bergetappen hat, planen wir einen kleinen Umweg in die näheren Hügel ein, wir haben ja Zeit! In Montagnana besuchten wir die alte Stadt, welche noch ganz von Mauern umgeben ist. In Este, ca 30km weiter, genossen wir einen Kaffee. Auf der Karte stand die Ortschaft Rivella...da müssen wir unbedingt hin (ein weiterer, kleiner Umweg), schliesslich habe ich noch die Rivellaflasche vom Kiental dabei, mal schauen wie lange sie durchhält. Doch wir können dieses Rivella nicht finden, 1h ist mit suchen vergangen, als wir weiter müssen. Nach 70km gibts was zu futtern...Fisch aus der Dose! Simeon meinte der sei wirklich sehr schmackhaft, das war er tatsächlich! Nach 100km stand dann auch Venezia auf der Tafel. Jetzt noch ein wenig Durchbeissen. Im Prinzip sieht es ja nicht nach viel aus, was wir täglich fahren, wir haben aber rundherum mächtig viel zu tun. Wir stehen meistens gegen 9.30 auf, 11h Schlaf brauchen wir locker. Bis alles gepackt und montiert ist vergehen ca. 90 bis 120min. Das Gewicht vom Gepäck beträgt ca. 28/30kg, das Velo wiegt 15kg und dann noch Thesi oben drauf, jetzt könnt ihr selber rechnen! Gegen 15.00 Uhr essen wir was kleines, radeln noch ein wenig und schon müssen wir uns auf die Suche nach einer Schlafstelle machen. Also nach 118km erreichten wir bei Dunkelheit Mestre, judihuuui. Einzug in ein kleines Hotel, Duschen, Spaghetti essen, Kleider aufhängen und Gute Nacht. Morgen gibts ein Ruhetag inVenedig, wir geh'n Gondeln, von mir aus den gaaanzen Tag! Oh was ich beinahe vergessen habe: emm nein das spare ich für den nächsten Blog auf, denn es gibt eine spontane Überraschung :) Saluti a tutti...

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es regnet... und regnet... und regnet...

kurze Pause am Gardasee
kurze Pause am Gardasee

Nach 3 Tagen Dauerregen, regnet es immer noch... Aber von Anfang an. Als wir am ersten Regentag aufwachten, war uns gar nicht nach weiterfahren zumute...also haben wir uns erst mal eine 30cm lange Brotscheibe mit Erdbeerkonfitüre bestrichen und assen das leicht feuchte Brot im Zelt. Frühstück im Bett... Vielleicht hört es auf zu regnen...vielleicht auch nicht. So oder so, wir müssen was machen, können ja nicht den ganzen Tag Konfibrot und unsere Vorräte aufessen. Nach kompliziertem Packen im Zelt, da sind genau mal 1m Breite auf 2m Länge Fläche zur Verfügung, fuhren wir los. 20km später waren wir durchnässt, wenn nicht von aussen dann von innen. Die Finger, spürte ich nach kurzer Zeit nicht mehr, das war ziemlich übel, so übel, dass es mir schon wieder gefiel höhöhö. der Körper gewöhnt sich an die Situation, bekam wieder warm und schon hatten wir wieder 70km auf dem Tacho. In Bergamo angekommen, suchten wir die Jugi und genossen eine warme Dusche, suuuper. Sofort danach montierten wir das Zelt darin, dass es ein wenig trocknen kann. Die nette Dame am Empfang hatte wohl nicht besonders Freude an uns, wir hinterliessen enorme Dreckspuren!!! Die Velos brachten wir mit dem Lift in den ersten Stock und stellten sie auf den Balkon, mit bester Aussicht auf das Städtchen. Nach einer feinen Pizza, holte uns die Müdigkeit sehr rasch ein. Am Morgen regnete es immer noch... bestens, jetzt wissen wir ja wies geht :) Das Dessert folgte dann sogleich, ein Anstieg mit 12% Steigung, oh nein, das geht gar nicht. Bei 10% steht bei mir auf dem Tacho gerade mal 6km/h, bei 12% steht dann 0km/h...wie heisst es so schön "wer sein Fahrrad liebt, der schiebt". Das ging prima, die Autofahrer winkten noch mehr als sonst und der Tacho zeigte 4km/h, also fast gleich langsam. Simeon wartete oben schon mit 25g Farmer, perfeto! Nach gefühlten 76km kamen wir in Brescia an. Wir fuhren durch ganz spezielle Dörfchen, mit kleinen Gassen und schönen Häusern. Simeon hat super navigiert, er ist der Navigator, ich der Plapperlator... Er meinte schon, morgen sei ich dann mal dran... ich befürchte es wird ein laanger Tag. Bevor wir in die Unterkunft gehen, wollten ir noch KURZ ein paar Früchte besorgen...Der Verkäufer, Herr Fruttolo (wie er sich nannte), hatte jedoch gefallen an uns zwei durchnässten gefunden. Er zeigte uns Fotos als er noch molto forte auf dem Bike war und testete gleich unsere Muskeln. Wir zeigten ihm die gefahrene Route und er meinte nur noch porca... Sein Kollege kam dazu, er erzählte ihm die ganze Story und sie betrachteten draussen unsere Velos. Inzwischen könnten wir den ganzen Laden aufessen... ein dritter kam dazu, das ganze von vorne, noch schnell ein Foto fürs Album und so kommen wir doch noch zu unseren Heidelbeeren, Äpfeln, Bananen und Orangen. Nach einer warmen Nacht, regnete es immer noch... Die Stimmung ist jedoch super und schon um 10.15 waren wir wieder in den Pedalen Richtung Gardasee...viel von dem See haben wir nicht gesehen. Wir hielte uns an das Regenmotto: Durchfahren! Als Stärkung ein Farmer und sich auf Znacht freuen. Die heutige Etappe war eine kürzere von 67km (gut navigiert, gell! hihi). Wir stellten uns schon auf wild campen ein, doch als der eine Mann gwundrig über den Zaun blickte, fragten wir ihn um ein trockenes Plätzchen vor seinem Haus. No Problemi und nach 3min stand unser Zelt unter dem Vordach neben dem Gemüsegärtli. Das Rindfleischstroganoff mit Reis schmeckte ausgezeichnet, natürlich auf dem Kocher zubereitet! Nun liegen wir im Zelt, der Nachbar hämmert noch was rum, Simeon checkt den Wetterbericht... " die haben auch nur das eine Bildli mit den Regentropfen zur Auswahl". Also dann, Gute Nacht du Regenpracht!

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